Pumpspeicherkraftwerk

Fragenkatalog der BÜFE beantwortet

Situation in der Kohlstatt:

Wie gedenkt man dieser schon jetzt höchst problematischen Verkehrssituation zu begegnen?

Im Bauphasenbericht (Anlage B-01.03 der Einreichung - {ANMERKUNG der BÜFE: den Link zu den Projektunterlagen finden Sie hier} ist das genaue Verkehrsaufkommen (z.B.: Anzahl der LKW bzw. PKW Fahrten pro Tag) in den einzelnen Bauphasen über den Massentransport (Beilage 1-3 Massenermittlung Transportwege des

Bauphasenberichtes) ermittelt worden. Seitens der Energie AG wurden im Zuge der Planung bereits Maßnahmen gesetzt um das Verkehrsaufkommen in der Kohlstatt zu minimieren z.B.: LKW Transporte nur in der Normalarbeitszeit, keine Transporte in der Nacht bzw. am Wochenende, Verlegung des Hauptbaulagers von der Baustelleneinrichtungsfläche im Bereich Oberwasserspeicher in die Schottergrube bei der Abfahrt Offensee. Im Fachbeitrag FB-04 Verkehrstechnik wurde aus der derzeitigen Verkehrsbelastung (aus Verkehrszählungen des Landes Oberösterreich) und der baustellenbezogenen zusätzlichen Belastung die max. Verkehrsdichte über die Bauzeit ermittelt. Das ergibt auf Grund der Ermittlungen im Fachbeitrag Verkehr z.B.: in der Bauphase 2 (Materialtransporte zum Oberwasserspeicher – ist für den Bereich Kohlstatt der schlechteste Fall – Asphaltierung Oberwasserbecken) eine Steigerung des Werktagesverkehrs in der Langbathstrasse um +4,5%.

 

 

Mit wie vielen LKW-Fahrten ist im Laufe der Bauzeit zu rechnen?

Da die Aushub-und Dammschüttungsarbeiten im Massenausgleich erfolgen, sind keine Transporte aus diesem Titel durch die Kohlstatt notwendig. Notwendig sind nur Transporte für den laufenden Betrieb (z.B.: Betankung den Baufahrzeuge) und Transporte für Schalung, Bewehrung, Beton und Asphaltdichtung. Die Ermittlung der Anzahl der Transporte ist im Bericht B-01.03 „Bauphasenbericht“ dargestellt und in dem beiliegenden Bauphasenterminplan sind die max. Tagesfahrten ersichtlich. In besonders intensiven Bauphasen (Asphaltierung Oberwasserbecken) werden bis zu max. 21 LKWs pro Tag baustellenbezogen durch die Kohlstatt fahren.

 

Wie kam es dazu, dass das Schaltwerk nach jüngstem Planungsstand nun in der Kohlstatt situiert ist? Gibt es Alternativstandorte?

Es wurden im Zuge der Projektentwicklung verschiede Möglichkeiten der Energie Zu-und Ableitung untersucht. So wurde der Standort in der Kohlstatt als auch Standorte „am Berg“ und verschiedene Möglichkeiten der Leitungsverbindung zwischen Kaverne und Schaltwerk untersucht. Nach Gegenüberstellung der Varianten wurde nach technischer und wirtschaftlicher Beurteilung die nun vorgelegte Lösung (Variante 2a) als Vorzugsvariante ermittelt. Die untersuchten Varianten sind in den Einreichunterlagen in der Beilage „Auswahlgründe zum Vorhaben“ im Punkt 7 aufgelistet.

 

 

Ein-und Auslaufstelle in der Ebenseer Bucht:

Wie wird das Bauwerk aussehen?

Das Bauwerk ist in den Planunterlagen der Einreichung (Anlagen B-07.07, B-07.08, B-07.11 bis B-07.13) dargestellt. Es handelt sich um ein eingeschossiges Gebäude mit einer Grundfläche von rd. 80m² bzw. 13 x 6m und einer Firsthöhe von rd. 6m.

 

Wie wird sich das Abpumpen und Auslassen des Wassers auf die Ökologie des Sees auswirken? (Solvayablagerungen, Fischbestand)

Die im Projekt gewählte Gestaltung des Ein-und Auslaufbauwerkes am Traunseeufer ist das Ergebnis mehrerer Planungs-und Optimierungsschritte mit dem Ziel, die ökologischen und strömungstechnischen Auswirkungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Ergebnis: Entnahme und Rückleitung horizontal in 8 bis 13,5m Tiefe – damit Rückleitung in den Entnahmehorizont und keine Beeinflussung der Solvaysedimente. Achse 25 Grad nach Nordosten ausgerichtet, um eine Beeinflussung der Strömungsverhältnisse in der Ebenseer Bucht und Rindbach Bucht auszuschließen (Siehe Anhang zum Antrag A-01: Auswahlgründe zum Vorhaben S. 5 u. 6) Mit der gewählten Lösung attestieren die Sachverständigen für Gewässerökologie (Fachbeitrag FB 11) und für Fischereiökologie (Fachbeitrag FB 12) dem Projekt geringfügige Auswirkungen und damit Umweltverträglichkeit.

 

Wird es dadurch irgendeine Auswirkung auf den Wassersport geben (Kite-Surfer, Segler; muss Abstand eingehalten werden, etc?)?

Der Ein-und Auslauf ist so tief angeordnet bzw. so geformt, dass keine Auswirkungen auf den Wassersport gegeben sind. So liegt der Ein-und Auslauf rd. 8m bzw. 13m (Ober-bzw. Unterkante) unter dem mittleren Wasserstand des Traunsees. Details dazu in den Anlagen der Einreichunterlagen: Planunterlagen B-7.07 und B-03.03 „Strömungsberechnung Ein-und Auslauf im Traunsee“.

 

Wie wird sich das PSKW bei Hochwasser auswirken?

Der Betrieb des PSKW Ebensee wird sich nicht auf die Hochwassersituation am Traunsee auswirken, weil die Traunseewasserstände und Abflüsse durch die Wehrbetriebsordnung für das Kraftwerk Gmunden geregelt werden und diese nicht geändert wird. Details im Fachbeitrag FB-02 „Hydrologie und Wasserwirtschaft“ der Einreichunterlagen.

 

Speichersee:

Durch die Stürme der letzten Jahre (Kyrill, Emma) kam es auf den Bergen ringsum bereits zu großflächigen Windwürfen und damit zu einer verschärften Gefahr für Muren-und Lawinenabgänge. Wie wird sich das Abholzen des Waldes am Rumitzgraben auswirken?

Es werden nur Flächen gerodet die für die Errichtung des Oberwasserpeichers samt Dämmen und der Speichervorschüttung notwendig sind. Die Speicherseefläche ist für Muren und Lawinenabgänge unkritisch. Die Dämme und die Speichervorschüttung werden als statischer Körper geschüttet und verdichtet, dass Murenabgänge ausgeschlossen sind. Die Speichervorschüttung wird nach Abschluss der Bauarbeiten wieder großteils als Wald bepflanzt. Der Niederschlag auf den Oberwasserspeicher wird in diesem aufgefangen und über das Kraftwerk abgeleitet. Der Abfluss im Rumitzgraben wird daher verringert. Details im Fachbeitrag FB-02 „Hydrologie und Wasserwirtschaft“ der Einreichunterlegen.

 

Kann es zu einer Veränderung des Mikroklimas kommen mit Nebelbildung am Sonnstein durch den Speichersee?

Da der Speichersee mit einer Wasserfläche von rd. 6,5 ha im Vergleich zu den umliegenden Seen (Traunsee 2430 ha, Vorderer Langbathsee 33 ha) sehr klein ist, sind keine relevante Änderung zu erwarten.

 

Wird die Staumauer erdbebensicher gebaut (in Ebensee gab es wiederholt Erdbeben)? Welcher Erdbebenstärke wird die Staumauer standhalten?

Die Dämme des Oberwasserspeichers werden erdbebensicher errichtet. Alle Talsperren werden nach den strengen Anforderungen der Österreichischen Staubeckenkommission geprüft und die vorgeschriebenen Berechnungsansätze gehen in die Standsicherheitsberechnung ein. Details im Bericht B-02.01 „Oberwasserspeicher Standsicherheitsnachweis“ der Einreichunterlagen.

 

Wird auch das worst case scenario durchgedacht? Was wenn im schlimmsten Fall die Staumauer (aus welchem Grund auch immer) bricht?

Der Dammbruch ist auszuschließen, da die Anlage sonst nicht bewilligungsfähig wäre. Dies wird durch eine Reihe von baulichen und organisatorischen Maßnahmen sichergestellt: Die Bewilligung und der Bau des Oberwasserspeichers erfolgt nach den strengen Anforderungen der Österr. Talsperrenkommission. Die Anlage wird durch eine Reihe von dauerregistrierenden Mess-und Sicherheitseinrichtungen überwacht. Wöchentlich werden Inspektionen durch den geschulten Sperrenwärter durchgeführt und ein Talsperrenverantwortlicher ist in 24h-Bereitschaft. Im Bedarfsfall kann der Speicher in 10 Stunden über die Turbine entleert werden bzw. bei Maschinenausfall ist eine Entleerung in rd. 3 Tagen über den Grundablass möglich. Durch die Österrr. Talsperrenkommission werden regelmäßige Überprüfungen auf Grundlage von jährlichen Berichten durchgeführt.

 

Wieviel Beton wird man brauchen, um den Speichersee dichtzubekommen? Wie kommt dieser Beton an seinen Standort? (Verkehr?)

Zur Abdichtung des Speichersees wird primär kein Beton verwendet. Die Wasserseite der Dämme wird mit Asphalt abgedichtet. Beton wird beim Speichersee für den Anschlussbalken der Asphaltsicherung und Spritzbetonsicherungen sowie für die Errichtung der Schieberschächte verwendet. In den intensivsten Bauphasen (Asphaltierung Oberwasserbecken) werden bis zu 21 LKWs pro Tag Asphalt antransportieren. Details bzw. Massen sind in der Beilage B-01.02 „Massenermittlung“ bzw. die zugehörigen Verkehrszahlen Fachbeitrag FB-04 „Verkehrstechnik“ der Einreichung ersichtlich.

 

Weiter Fragen:

Wie viele Hubschrauberflüge wird es in der gesamten Bauzeit geben?

Es sind für die Errichtung der Anlage keine Hubschrauberflüge vorgesehen.

 

Wird es zu Behinderungen auf der B145 kommen?

Im Fachbeitrag FB-04 „Verkehrstechnik“ sind die Auswirkungen des Baustellenverkehrs auf der B145 dargestellt. Durch verschiedene Maßnahmen (z.B. Einbahnverkehr auf der Uferstraße, Hauptbaulager direkt an der B 145,…) wird es zu keinen nennenswerten Behinderungen auf der B 145 kommen. Die maximale Steigerung des Werktagesverkehrs auf der B 145 wird +2,3% bzw. 42 LKW betragen.

 

Wird es auch zukünftig keinen Ausbau der 110KV-Leitung geben?

Ein Ausbau der bestehenden 110kV-Leitung ist für das Pumpspeicherkraftwerk Ebensee nicht erforderlich.

 

Inwieweit ist das PSKW für die oberösterr. bzw. österr. Stromversorgung überhaupt notwendig? Aus welchen Kraftwerken wird der Strom ganz konkret gespeichert?

Erneuerbare Energie (Kleinwasserkraft, Wind, PV, Biomasse…) hat in Österreich, als auch im benachbarten Ausland, bevorzugten Stromnetzzugang und gesicherte (geförderte) Einspeisetarife. Diese Anlagen speisen unabhängig vom Verbrauch in das Stromnetz ein. Das Pumpspeicherkraftwerk Ebensee trägt somit wie alle PSKWs zur Nutzung erneuerbarer Energie bei. Die Errichtung von neuen Pumpspeicherkraftwerken ist eine Voraussetzung zum Ausbau der erneuerbaren Energie in Österreich und Mitteleuropa. (Details im Fachbeitrag FB-10 „Energiewirtschaft“ der Einreichunterlagen)

 

Ab welchem Zeitpunkt gedenkt die Energie AG die betroffene Bevölkerung (nicht nur die GemeindepolitikerInnen) zu informieren?

Die Energie AG hat seit Beginn der Projektentwicklung den Bürgermeister und den Gemeinderat von Ebensee (sowie der Nachbargemeinde Traunkirchen) offen über den Stand der Projektentwicklung informiert. Die Bevölkerung wurde in mehreren Inseraten in der Gemeindezeitung über das Projekt informiert. Die Einforstungsberechtigten wurden von der ÖBf in der Jahresversammlung im Winter 2012 über das Vorhaben informiert. Im UVP-Verfahren werden die Projektunterlagen öffentlich aufgelegt und die Energie AG hat am 1.März 2013 zu einer öffentlichen Projektinformation eingeladen (siehe Gemeindenachrichten 4/2012).

 

Warum werden bezahlte Anzeigen der Energie AG in der Gemeindezeitung als redaktionelle Beiträge getarnt?

Alle Einschaltungen der Energie AG in der Gemeindezeitung sind eindeutig als „bezahlte Anzeige“ gekennzeichnet.

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