Fachmarktzentrum

Das Fachmarktzentrum - Kritik an der Ebenseer Raumpolitik

Blick von obenAm Areal der Alten Saline bot sich vor etwa 15 Jahren eine Jahrhundertchance für Ebensee, mitten im Ortszentrum war es möglich das Siedlungsgebiet zu erweitern.

Damals hätte man dort Rahmenbedingungen für eine zukunftsweisende, städtebaulich sinnvolle Bebauung schaffen können. Aber im Zuge der schrittweisen Bebauung wurden die Gebäude ohne Gestaltungsforderungen der Gemeinde (z.B. in Form eines Bebauungsplanes) mehr oder weniger aneinander gestückelt. Das Ergebnis ist aus Sicht des Ortsbildes unbefriedigend. Durch die Errichtung des Fachmarktzentrums mit einer LKW-Zufahrt von der Rindbachstraße Richtung Traun samt Lärmschutzwand kommt es nun schlussendlich zu einer Abtrennung des verbleibenden Grundstücks vom Ortszentrum.

Als das Bauvorhaben im April 2011 bekannt wurde, war für die BÜFE klar, dass sie für Ebensee einen „08/15-Plattenbau“ wie in anderen Gemeinden nicht will. Ein Schreiben an die Firma Immotop, das die BÜFE eingefordert hat, wurde im Ausschuss mehrheitlich hinsichtlich wichtiger Gestaltungsforderungen abgeschwächt.

Der Vorschlag der BÜFE, den Ortsbildbeirat des Landes Oö. einzuschalten, wurde abgeschmettert.

Aber im Bauausschuss wurde zumindest beschlossen, ortsansässige Experten miteinzubeziehen: Architekt DI. Gerhart Hinterwirth und Architekt DI. Andreas Zohner.
Deren Aussagen (sinngemäß zitiert) bei der Arbeitssitzung am 17. Jänner zeigten, dass die Forderungen der BÜFE keine „realitätsfernen Träumereien“ sind:

  • „Die zentrale Lage des Salinenareals und seine Bedeutung für das Ortsbild erfordern eine besondere Sensibilität bei der Errichtung neuer Gebäude.“
  • „Es genügt nicht, nur das FMZ-Grundstück zu betrachten, notwendig ist die Berücksichtigung größerer räumlicher Zusammenhänge.“
  • „Die Dimension des FMZs {3 mal so groß wie die Häuser daneben, 5.000m² Dachfläche} passt nicht zum Maßstab der umliegenden Gebäude.“
  • „Im Bereich des Parkplatzes ist eine gute Gestaltung mit Pflanzen notwendig, um die Wirkung der riesigen Flächen zu entschärfen.“
  • „Wenn ein Gebäude in einer Dimension wie das FMZ geplant ist, ist die Erstellung eines Gebäudemodells inklusive Umgebung (Fluss, Straße, benachbarte Gebäude) das Mindeste, damit sich jede/r ein Bild machen kann. Alles andere zeugt von Respektlosigkeit gegenüber dem Ort.“
  • „Der Traundamm wurde im Örtlichen Entwicklungskonzept als Grünzug ausgewiesen. Deshalb muss zwischen FMZ und Damm Platz für eine Baumreihe geschaffen werden. Es droht durch die derzeitige Planung eine Fläche mit Hinterhof-Atmosphäre zwischen Traundamm und FMZ.“

Im Zusammenhang mit der Veräußerung des Konsum-Areals und der Suche nach einer optimalen Verkehrslösung für den Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Rindbachstraße kommt das nächste Projekt auf uns zu, wo weitreichende Entscheidungen fallen werden, denen hoffentlich auch eine weitsichtige Planung vorausgeht!

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