Ebenseer Ortsbild

Flurreinigungsaktion Hui statt Pfui

Hui statt Pfui 2012

Auch die Bürgerliste beteiligte sich wieder.

Die große Beteiligung der EbenseerInnen an der Flurreinigungsaktion Hui statt Pfui zeigt die Bereitschaft, unseren Ort sauber zu halten.

Beim Anblick der immensen Mengen, die jährlich im Frühling zusammengeammelt werden kann allerdings diejenigen, die sich um ein ansprechendes Erscheinungsbild unseres Ortes bemühen schon der Mut verlassen.

Dass es dieses Problem nicht nur bei uns in Ebensee gibt, dass es einen eigenen Namen hat: „Littering“ (vom englischen Wort litter = Müll) und dass es vor allem bereits Erfahrungen gibt, wie man ihm begegnen und ihm entgegenwirken kann, lässt jedoch hoffen.

Eines sollte uns bewusst sein: Es handelt sich um eine Minderheit der Bevölkerung, die auf Sauberkeit im Ort keinen Wert legen. Diese Minderheit aber beeinträchtigt mit der Vermüllung, Vandalenakten, Beschmierung von Gebäuden, u.ä. die Lebensqualität der gesamten Bevölkerung. Dabei handelt es sich um ein unerwünschtes Verhalten, das erlernt und nun hin zu einem achtsamen Umgang mit der Umwelt wieder verlernt werden muss. Wie kann das gelingen?

Durch Aufklären, Aufräumen und Ahnden! Also mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen (z.B. Umwelterziehung in Kindergärten und Schulen), mit verstärkten Aufräumaktionen und mit Ermahnungen, die in der Folge aber auch die Verhängung von Bußgeldern zur Folge haben sollten.

Die große Beteiligung der Ebenseer Vereine (und anderen Gruppierungen) an der „Aktion sauber“ jährlich im Frühling zeigt die Bereitschaft, unseren Ort sauber zu halten. Nachhaltiger wäre es, wenn auch während des restlichen Jahres auf Straßen oder Straßenabschnitten der Müll z.B. von Anrainern, entfernt würde. Denn: „Müll verursacht Müll.“ Bei verdreckten Plätzen ist die Hemmschwelle etwas dazu zu werfen niedriger als bei sauberen.

Wegschauen, wenn jemand Verpackungsmaterial o.ä. fallen lässt, ist der falsche Weg. Die Person darauf anzusprechen kostet vielleicht Überwindung – aber je mehr Menschen sich das trauen, umso größer der Effekt. Denn: Je größer der soziale Druck, desto höher die Hemmschwelle Abfälle achtlos wegzuwerfen.

Wussten Sie übrigens, dass jene Gegenstände, die den größten Teil des Mülls auf der Straße und in der Landschaft ausmachen Zigarettenstummel sind? Ein bis zwei Jahre brauchen sie, um in der Landschaft zu verrotten. Das ist angesichts der Zersetzungsdauer anderer Abfälle noch eher harmlos: Bananenschale = 3 Jahre, Kaugummi = 5 Jahre, Zeitung = 3-12 Jahre, Aluminiumdose = 100 Jahre.

Aber es liegt nicht nur am Einzelnen etwas gegen Littering zu tun, auch die Gemeinde kann ihren Beitrag leisten. So haben neben der Anzahl (und Platzierung) auch die Art der Mistkübel einen Einfluss auf die Sauberkeit unserer Straßen: je auffälliger, umso besser. Auffällig gestaltete Abfallbehälter werden erfahrungsgemäß häufiger benutzt und erinnern daran, dass Müllentsorgung auf offener Straße ein unerwünschtes Verhalten ist.

Damit Ebensee in Zukunft sauberer ist und bleibt, sind wir alle gefordert, die öffentliche Hand allein wird das Problem „Littering“ nicht aus dem Weg räumen können.

Aufräumaktionen, Verantwortung für den Straßenabschnitt vor der eigenen Haustür, warum nicht auch Patenschaften für Grünflächen im Ort (Verkehrsinseln, Wiesenstücke, etc.), die Wahrnehmung der eigenen Vorbildwirkung, etc. das Zusammenwirken vieler (kleiner) Maßnahmen – von Seiten der Gemeinde wie von uns BürgerInnen, macht den Erfolg aus.

Es wäre doch gelacht, wenn wir so dem „Gfrett mit dem Dreck“ nicht langfristig Herr würden!

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