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Geschichte der Post in Ebensee

Erstes Bild von Ebensee aus dem Waldbuch von 1634 (Archiv Walter Rieder)

 

Für die schriftlich-dienstliche Verständigung der Verwesämter Hallstatt, Ischl und Ebensee mit dem Salzamtmann in Gmunden (und der Finanzverwaltung in Wien), reiste seit Jahrhunderten wöchentlich ein Bote mit den Schriftstücken zu den Verwesämtern (Salinenverwaltungen) und zurück.

Private Post gab es aufgrund der Lese- und Schreibunkenntnis der meisten Bewohner der ganzen Monarchie praktisch nicht. Das änderte sich erst Jahrzehnte nach der Einführung der Schulpflicht durch Maria Theresia 1775.

1822 dürfte unter Thaddäus Koch, Wirt der Taverne, seither des Gasthauses „Zur Post“, die k.k. Post errichtet worden sein. Wobei das Hauptgeschäft ursprünglich der Personentransport nach Ischl gewesen ist und Brief- und Paketpost eher Nebensache waren. Die Wirte „Der Post“ führten seither auch den Titel Postmeister.

Das „Hotel Post“ und der Straßenname „Postgasse“ sind die letzten Erinnerungen daran. Seit 1841 gibt es nachweislich sogenannte „Postexpediter“, anfangs einen, ab 1891 waren es schon drei, welche die eigentliche Postarbeit durchführten.

 

Hotel Post etwa 1911 (Archiv Walter Rieder)

 

1909 hat das Telefon in Ebensee Einzug gehalten und im derzeit „noch-Postgebäude“ hat das „Telefonamt“ seinen Betrieb aufgenommen. Die „Postbeamten“ verrichten ihren Dienst weiter in der Postgasse und das bis 1929. Ab dann wird aus dem „Telefonamt“ das „Post- und Telegraphenamt“. Es hat damals außen und innen wie in den Fotos unten ausgesehen.

Das Post- und Telegrafenamt 1929 von außen und von innen (Fotos Archiv Walter Rieder)

 

Umstände und Bedürfnisse ändern sich fließend. Inzwischen kann (fast) jeder/jede schreiben und lesen und hat ein Handy. Die elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten im Telefon-, Schrift- und Geldverkehr haben die Dienste der Post ausgedünnt. Briefe im klassischen Sinne sind selten geworden. Paketdienste gibt es einige. Die „Postbeamten“ sind ausgestorben, es gibt nur mehr Postbedienstete.

So sind wir derzeit an einem Punkt angelangt, der sehr an den Anfang der Post in Ebensee erinnert: der Postdienst wird zum „Neben-Erwerb“ für „Postpartner“!